Deutschlands Fußball-Datenbank

DFB-Pokal-Rekordsieger: wer den Pott am häufigsten gewann

DFB-Pokal-Rekordsieger: wer den Pott am häufigsten gewann

Der DFB-Pokal hat seit jeher einen Namen, der über allen anderen steht: FC Bayern München.

Der Rekordhalter aus München

Der DFB-Pokal hat seit jeher einen Namen, der über allen anderen steht: FC Bayern München. Mit 21 Titeln aus 25 Endspielen hat der deutsche Rekordmeister auch im Pokalwettbewerb eine Marke gesetzt, die auf absehbare Zeit niemand knacken wird. Mehr als vier von fünf Finaleinzügen der Münchner endeten mit dem Pott in die Höhe gereckt, oft genug im Berliner Olympiastadion.

Das jüngste Kapitel in dieser Chronik schrieben die Bayern im Mai 2026. Im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart gewann der FCB mit 3:0, und Harry Kane sorgte für den Showdown mit einem Hattrick. Seine Tore in der 55., der 80. und in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter machten aus einem zunächst engen Spiel eine klare Angelegenheit. Für die Münchner war es der 21. Pokaltitel.

Vom Verfolger zum Alleinherrscher

Noch bis zum Finale im Mai 2024 stand Bayern bei 20 Titeln aus 24 Endspielteilnahmen. Danach kam ein weiteres Endspiel, nachdem Stuttgart zwischenzeitlich im Pokal die Krone trug, bevor die Bayern 2026 wieder zuschlugen. Der Vorsprung auf den zweiten Platz der ewigen Siegerliste ist mittlerweile so groß, dass jedes neue Finale der Münchner den Abstand weiter zementiert.

Dass Bayern dabei nicht nur häufig im Finale steht, sondern auch eine hohe Quote hält, macht den Rekord besonders schwer angreifbar. 21 Titel aus 25 Finals heißt: nur viermal zogen die Münchner den Kürzeren, wenn sie überhaupt bis ans Ende durchkamen.

Die ewige Siegerliste im Überblick

Hinter dem Rekordsieger wird die Luft schnell dünn. Werder Bremen steht mit sechs Titeln aus zehn Endspielen auf Platz zwei, hat seit Jahren aber keinen weiteren hinzugefügt. Die Hanseaten sind damit der einzige Klub außerhalb Münchens, der die Fünf-Titel-Marke überschritten hat.

Dahinter drängt sich eine Dreiergruppe zusammen, die eng beieinander liegt. Der FC Schalke 04 hat fünf Pokaltitel aus zwölf Endspielteilnahmen gesammelt, bemerkenswert für einen Klub, der in anderen Wettbewerben eher Dauergast als Dauersieger war. Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt stehen ebenfalls bei fünf Titeln, der BVB aus zehn, Frankfurt aus neun Finals.

Die Klubs mit zwei Pokalsiegen

Auffällig ist die Gruppe der Klubs, die genau zweimal gewonnen haben. Dazu zählen Fortuna Düsseldorf, der 1. FC Kaiserslautern, der Karlsruher SC, 1860 München, der Dresdner SC, RB Leipzig und Bayer Leverkusen. Für die einen ist das Nostalgie aus einer anderen Fußballepoche, für die anderen eine jüngere Geschichte. Leverkusen hat seinen zweiten Titel im Mai 2024 gegen den 1. FC Kaiserslautern geholt, nach dem ersten Erfolg aus dem Jahr 1993, und ist damit der jüngste Neuzugang in diesem Kreis.

Die Finals der jüngeren Vergangenheit

Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt, dass der Pokal zwischendurch auch mal ohne Bayern-Dominanz auskommt, bevor der Rekordsieger zurückkehrt.

2022: RB Leipzig schlägt Freiburg im Elfmeterschießen

Am 21. Mai 2022 trafen RB Leipzig und der SC Freiburg aufeinander. Nach Verlängerung stand es 1:1, die Entscheidung fiel vom Punkt mit 4:2 für Leipzig. Für den SC war es ein bitterer Abend, für Leipzig der erste Pokaltitel der Vereinsgeschichte.

2023: Leipzig legt gegen Frankfurt nach

Ein Jahr später, am 3. Juni 2023, sicherte sich RB Leipzig den zweiten Titel in Folge. Gegen Eintracht Frankfurt reichte ein 2:0, nachdem die erste Halbzeit torlos geblieben war. Damit stieß Leipzig in den Kreis der Klubs mit zwei Pokaltiteln vor.

2024: Leverkusen krönt die Meistersaison

Bayer Leverkusen beendete seine historische Saison im Mai 2024 mit dem Pokalsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das 1:0 war verdient, auch wenn die Pfälzer als Zweitligist tapfer dagegenhielten. Für Leverkusen war es der zweite Pokaltitel der Klubgeschichte, nach dem Erfolg aus den frühen Neunzigern.

2025: Stuttgart holt sich den Pott zurück

Im Mai 2025 schlug der VfB Stuttgart Arminia Bielefeld deutlich mit 4:2. Nach einer dominanten ersten Halbzeit (3:0) ließen die Schwaben den Underdog aus Ostwestfalen zwar noch einmal herankommen, blieben aber Herr der Lage. Für Stuttgart war es ein Titel mit Nachhall.

2026: Bayern antwortet mit dem Hattrick

Dass Stuttgart ein Jahr später wieder im Finale stand, sprach für die Kontinuität des VfB. Doch gegen Bayern München reichte es nicht. Harry Kane traf, traf und traf noch einmal, und am Ende hob der FCB den Pokal zum 21. Mal in die Berliner Nacht.

Berlin als feste Adresse

Seit 1985 wird das Pokalfinale ohne Unterbrechung im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Die Verbindung zwischen dem Wettbewerb und dem Stadion ist mittlerweile so eng, dass das Pokalfinale Berlin fast schon zum Markenbegriff geworden ist. Für die Fans gehört die Fahrt in die Hauptstadt genauso zum Pokalerlebnis wie das Finale selbst.

Warum der Rekord so stabil ist

Ein Blick auf die DFB-Pokal-Sieger-Liste zeigt die strukturelle Lücke zwischen Bayern und dem Rest. Werder Bremen müsste zahlreiche weitere Titel holen, um gleichzuziehen. Schalke, Dortmund und Frankfurt haben einen noch größeren Rückstand aufzuholen. Selbst wenn einer dieser Klubs über einen Zeitraum von zehn Jahren jedes Finale gewänne, läge er immer noch zurück, falls Bayern parallel weiter titelt.

Hinzu kommt, dass die Münchner im Normalfall jedes Jahr tief im Wettbewerb stehen. Pokalüberraschungen gegen Bayern sind selten, und wenn sie passieren, bleiben sie als Ausnahmen im Gedächtnis. Ein Zweitligist wie Kaiserslautern 2024 ist eher die Bestätigung der Regel: Underdogs schaffen es gelegentlich bis ins Finale, aber den Titel nehmen die Großen mit nach Hause.

Die Perspektive für die Verfolger

Für die Verfolger geht es weniger darum, Bayern einzuholen, als vielmehr darum, den eigenen Rang in der ewigen Tabelle zu halten oder zu verbessern. Leipzig könnte in den kommenden Jahren mit weiteren Titeln zu Dortmund, Schalke und Frankfurt aufschließen. Stuttgart hat mit dem Titel 2025 gezeigt, dass der Pokal auch an einen anderen Klub gehen kann, wenn der Rekordsieger an einem schlechten Tag erwischt wird.

Für Fans, die sich für Statistik, Kuriositäten und Historisches im Pokal interessieren, lohnt ein Blick in unsere Sammlung lustiger Fußball-Fakten . Dort finden sich auch die kleinen Geschichten, die zwischen den großen Zahlen oft untergehen.

Quellen